why can't we reach the sun?
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life-saver
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save my life
1.6.07 01:52


ich denke an niemanden jetzt. mehr. nicht einmal an mich. was ich auch tue, ich denke an niemanden dabei. ich nehme keine ruecksicht. auch auf mich nicht. nichts dringt hindurch. dringt. hindurch. dringend. durch. hin. zurueck. rein. hinein. draengen. draengeln. ich bin muede im ganzen koerper im kopf und im herzen. ich esse erdbeeren. auf meinem kopfkissen liegt eine kleine blaue pappschachtel, es ist genau der pu erh, den wir in jaroslawiec getrunken haben. ich fuerchte mich, ihn jetzt zu bruehen, ihn wieder zu schmecken. ob sich der geschmack veraendert hat jetzt nach den jahren? sehne mich so sehr nach diesem ort. ich koennte stundenlang weinen nur um die tatsache, dass ich nicht dort bin. ich will die kalten fueße, diesen wind, diesen starken, starken wind. wasser holen, den buckel hochlaufen, den topf auf den gasherd stellen, warten, lange lange warten, pu erh aus dem teebeutel kochen. herbata czerwona. in karierte flanellhemden gewickelt, frierend, die haare im nirgendwo, auf der klippe stehen oben, ganz am rand, den roten sonnenuntergang ueber der gruenen ostsee beobachten, das gefuehl haben, jeden moment vom wind aufgefangen zu werden. selbst dann, wenn man nicht springt. ich will diese kaelte, diese warme kaelte, den geruch nach salz und fisch in darin, die wassertroepfchen in der luft, wenn der sommer vorbei geht, die touristen alle weg sind, die plastikkitschstaende mittags nicht mehr auftauchen und alles nur noch weht. dieser frieden. dieser frieden. dieses warten. dieses wegsein. dieses wegsein von allem. den wald. ich will noch eine postkarte schreiben mit herzchen, die nur aus reiner gewohnheit entstehen, will der gewohnheit dabei zusehen, wie sie ehen zerschmettern kann. ihre unglaubliche zerstoererische kraft. beeindruckend.
zerstoerung. zerstoert. verstoert. stoerung. sendepause.
2.6.07 00:09


du sprichst mir aus der seele! ich krieg staendig zu hoeren, jemand sei ach so verrueckt, ach so unnormal, ach so druchgedreht, dabei sind sie alle gleich. alles wiederholt sich! deshalb behaupte ich von mir auch schon lang nicht mehr, ein freak oder ein verrueckter zu sein.. hm wow, ich bin grad ziemlich begeistert, dass es jemanden gibt, der sich von all dem auf die gleiche weise distanziert.. wobei ich da ja auch vorsichtig sein muss, schließlich spiele ich in einer POPband. ich bin also zumindest in meinem beruf die letzte, die irgendwie individuell ist.. vielmehr biete ich den ganzen heteronomen pubertierenden einen coolheits-katalog, aus dem sie ihren "eigenen style" zusammenkopieren koennen. so à la "ich bin soooo anders, ich hab naemlich die frisur von soundso!" und das mit den gespraechen kenne ich. alles ist so oberflaechlich, ich komme damit kaum noch klar. ich habe sowieso das problem, jetzt von allen seiten her angegriffen zu werden. ich kann nicht mehr so sprechen, wie ich normalerweise sprechen wuerde, ohne vorgeworfen zu bekommen, ich wuerde versuchen, kueger zu wirken als ich bin, um cooler zu sein, als ich bin. und solche spaeße eben. eigentlich hattest du schon recht. eigentlich halte ich mich fuer etwas besonderes. ich bin zu besonders, um mir von der bravo der verstaendlichkeit halber saemtliche nebensaetze streichen zu lassen. und trotzdem hab ich mich dafuer entschieden, weil ich weiß, dass ich diese chance nicht noch einmal bekommen werde. weil ich weiß, dass ich danach imemr noch "echte" kunst machen kann und ich sicherlich einen weg finden werde, auch mit dem image, das an mir haften wird, zurecht zu kommen. ich glaube, dass ich durch diese popbusinessgeschichte wirklich unheimlich viel lernen kann. ich spiel nur schlagzeug, kann also mit gitarreneffekten nicht viel anfangen... radiohead, gott ja, ich liebe es. du hast vollkommen recht. wir haben alle fuenf vor, uns noch zu entwickeln und mit der zeit neue wege zu finden, interessantere sachen zu machen als nur dieses tokiohotel-kleine-kinder-koennen-es-auch-hoeren-weil-es-anspruchslos-ist-zeug. aber dadurch, dass wir so viel wie moeglich selbst machen wollen, braucht das noch seine zeit, weil wir alles erst lernen muessen. ich will UNBEDINGT lernen, elektronische musik zu machen. also doch ein bisschen von der rockgeschichte weg, eigentlich aber eher fuer die zukunft, fuer die zeit nach debbie rockt. aber nein.... mein plan fuer diese band ist erst einmal, digitales gefriemel auf der naechsten platte selbst machen zu koennen, wenigstens zum teil, das haben wir naemlich unseren produzenten uebernehmen lassen - fuer UNS war es neu! weil niemand von uns sowas kann... dann will ich am liebsten so ein drumpad mit elektronischeren sounds, um mal auch am drum was neues zu machen. einfach fuer einpaar breaks, einpaar songs. und doch wieder ein schritt richtung radiohead. es kommt mir tatsaechlich wie ein verrueckter traum vor. andererseits war mein leben schon immer ein staendiges wegwollen. immer wieder woandershin. jedes mal, wenn ich an einem neuen ziel angelangt war, konnte ich es einerseits nicht realisieren, weil meine ziele schon immer so utopisch waren. andererseits wollte ich schon wieder zur naechsten etappe. naja, und das bild, das du hast ist vielleicht spektakulaerer als die realitaet.. die existiert noch, das "normale" leben, der alltag, die umwelt.. es ist alles noch da. und geld gibt es keines bisher, ich habe seit dem plattenvertrag gar nichts mehr weil ich keine nebenjobs mehr habe und noch ncihts verdiene. außer 25 euro taschengeld im monat und schulden, die stetig anwachsen. fans sind jetzt da, ja, aber ich fuehle mich so gleich wie sie alle, dass mir mein manager oft sagt, dass die distanz fehlt und dass ich mich nicht mit ihnen auf eine stufe stellen darf. ich denke mir dann nur: wozu? und aendere nichts an meinen verhaltensweisen. ja, tournees... unterwegs zu sein ist das beste. aber auch nur, weil es eine gute flucht ist. ich sehne mich nach mehr, sehne mich nach leben..... ich jage die ganze zeit etwas nach, dass vielleicht ja auch gar nicht existiert.. aber ich bin ja auch noch sehr jung, es ist wohl so, dass ich das alles erst lernen muss. ich beluege mich nicht. ich bin mir sicher, dass ich mich in dem punkt nicht beluege. weil ich wirklich SEHR bewusst lebe. mich selbst bewusst weiterentwickle und viel zu viel ueber alles nachdenke, um nicht zu wissen, dass ich nicht zu hundert prozent ehrlich zu mir selbst sein kann. diese tan da, das bin auch nicht ich selbst. niemals. aber ICH, das maedchen hier, das dir jetzt schreibt, das ist mir selbst schon recht nahe. jetzt hab ich ziemlich viel geschrieben und vielleicht dinge, die nicht hierher gehoeren. vielleicht heißt zahl vertrauenswuerdig und ich setze darauf. faellt die muenze anders, ist es eben kopf, dann verliere ich eben. es ist mir egal. weil ich in wirklichkeit wohl gar nichts zu verlieren habe. ich glaube, ich handele im moment sehr leichtsinnig. aber ich riskiers trotzdem.. wer weiß, vielleicht ist es bei dir ja besser aufgehoben, als ich befuerchten muesste. uebrigens konnte ich die links nicht oeffnen. kannst du sie mir noch irgendwie anders schicken? die sachen von dir meine ich? bis dann das maedchen hinter tan
2.6.07 17:03


ich verkauf mich mit sicherheit nicht. der name ist auch nur eine nebenerscheinung. eine, die mir gerade zu denken macht, deshalb habe ich wohl gerade dazu etwas gesagt. wir haben ziemlich viel entscheidungsfreiheit, sind sehr unabhaengig. im prinzip werden wir zu jedem dreck und jedem kleinsten einfall nach unserer meinung und um erlaubnis gefragt. nur, weil wir von selbst in schemata passen, wie man sie von anderen popbands her schon kennt, heißt das nicht, dass wir durchweg fremdbestimmte marionetten sind. ich sehe keinen grund, nicht wahrheitsgetreu zu antworten. das braechte schließlich weder dich noch mich weiter.
2.6.07 21:32


sa 020607 off
so fahrt nach hamburg, abends aus dem hotel schleichen und drogen konsumieren
mo gig in schule in hamburg, fahrt nach bremen
di gig in schule in bremen, fahrt nach hamburg
mi videodreh "nie mehr schule"
do tag off in hamburg/bernburg oder irgendwo dazwischen
fr radio rtl in bernburg, heimfahrt
sa off
so fahrt nach koeln, dann jeweils gig in schule morgens, gig in club abends und anschließende fahrt in die naechste stadt:
mo koeln
di frankfurt
mi stuttgart
do muenchen
fr berlin

noch nicht alle confirmed, wird aber so ungefaehr ablaufen. danach vö, viva, fernsehen, festivals, fotoshoots, radiointerviews, pressetermine, noch einpaar schulgigs/clubgigs u.ä.
2.6.07 22:05


there's no-one left in the world
that i can hold onto
there is really no-one left at all
there is only you
and if you leave me now
you leave all that we were
undone
there is really no-one left
you are the only one

and still the hardest part for you
to put your trust in me
i love you more than i can say
why won't you just believe?
3.6.07 01:08


rekonstruieren.
das waere leichter, wenn ich es mir endlich angewoehnen wuerde, immer gleich zu notieren.
sonntag. sonntag fahrt nach hamburg. hm. okay. aufgestanden, irgendwann. ach ja, verschlafen. meine mutter hat mich geweckt, ich hab sie angemotzt dann weil sie mir essen mitgeben wollte. "was soll ich mit so nem bescheuerten apfel?" sie hat mir dann trotzdem essen gemacht und sowas tut mir leid. fuck it. schnell alles in den koffer geschmissen, was ich finden konnte, sie hat mich dann zum bahnhof gefahren. haben rosa in wuerzburg abgeholt, weil sie von rock im park kam. ich hasse wuerzburg. ich habe nur den bahnhof gesehen und ich habe es gehasst. ich war vielleicht eine halbe stunde dort und ich wollte die ganzen 30 minuten lang weg. der bahnhof ist schrecklich und die menschen vorm bahnhof waren schrecklich. sind so lang gefahren, in diesem furchtbar unbequemen kleinen bus, alles hat weh getan. aber egal. fern gesehen. babel. wunderbarer film. und viel family guy. ich habe geschlafen. so gut es ging. und bin genau in dem augenblick aufgewacht, in dem wir in die stadt reingefahren sind. hamburg. und habe aus dem fenster gesehen und es hat sich angefuehlt wie im flugzeug nach island. so aehnlich. vielleicht nicht ganz so intensiv. ich kann es nicht sagen. aber so. es war. wie heim kommen. etwas sehr, sehr, sehr großes und wichtiges finden. ich habe gegen die traenen gekaempft und dann nur noch aus dem fenster starren koennen. um jede hauswand, jeden buergersteig, jeden muelleimer, jedes schild, jedes gesicht, jeden baum, einfach alles aufzusaugen. ich werde dort hinziehen. ich gehe davon aus. ich will. ich werde. wenn dann auch noch die bestaetigung Deinerseits kommt, dann will ich mich an dem gedanken schicksal festklammern, ihn fest umarmt halten und einfach so tun, als ob. das ist SCHICKSAL, oder wagt es hier jemand, nicht daran zu glauben?!
mein mann, meine stadt, mein leben.
ich glaube, ich koennte gluecklich werden.
6.6.07 22:59


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